Viele Menschen schlafen am liebsten nackt und sind überzeugt, dass dies besonders gesund ist. Häufig werden eine bessere Temperaturregulierung, mehr Hygiene oder ein erholsamerer Schlaf als Vorteile genannt. Schlafmediziner sehen diese Annahmen jedoch differenzierter.
Nach Angaben von Schlafmedizinern ist es grundsätzlich sinnvoll, nachts zumindest leichte Kleidung zu tragen. Während des Schlafs sinkt die Körpertemperatur. Wer nackt schläft, kann deshalb leichter auskühlen – insbesondere dann, wenn Schweiß auf der Haut verdunstet und gleichzeitig Zugluft durch ein geöffnetes Fenster oder einen Ventilator entsteht.
Auch in warmen Sommernächten empfehlen Experten daher leichte Nachtwäsche, etwa ein T-Shirt, Boxershorts oder ein dünnes Nachthemd.
Zu warme Kleidung kann Nachteile haben
Allerdings sollte der Schlafanzug auch nicht zu dick sein. Wärme und Feuchtigkeit schaffen günstige Bedingungen für Bakterien und andere Mikroorganismen. Dadurch kann das Risiko für Infektionen im Intimbereich steigen.
Zudem weisen Urologen darauf hin, dass dauerhaft hohe Temperaturen im Intimbereich die Spermienqualität beeinträchtigen können. Locker sitzende und atmungsaktive Nachtwäsche gilt deshalb als die bessere Wahl.
Hautkontakt kann sich positiv auswirken
Anders kann die Situation sein, wenn zwei Menschen gemeinsam im Bett schlafen. Hautkontakt fördert die Ausschüttung des Hormons Oxytocin, das unter anderem Stress reduzieren und das Wohlbefinden steigern kann. Gleichzeitig spendet der Partner Wärme, wodurch das Risiko des Auskühlens sinkt.
Bettwäsche häufiger wechseln
Wer ohne Kleidung schläft, sollte verstärkt auf die Hygiene achten. Schweiß und Hautschuppen gelangen direkt auf Bettlaken und Bettdecke. Deshalb empfehlen Fachleute, die Bettwäsche regelmäßig zu wechseln – idealerweise mindestens einmal pro Woche, bei starkem Schwitzen auch häufiger.
Ob nackt oder im Schlafanzug – entscheidend ist vor allem, dass die Körpertemperatur während der Nacht angenehm bleibt. Experten raten eher zu leichter, atmungsaktiver Nachtwäsche, um ein Auskühlen zu vermeiden und gleichzeitig Hitzestau vorzubeugen. Wer dennoch lieber nackt schläft, sollte auf eine angenehme Schlafzimmertemperatur achten und die Bettwäsche regelmäßig wechseln.
