Ein neues Bettwäsche-Set kann das Schlafzimmer schnell verändern. Beim Öffnen der Verpackung kommt allerdings manchmal eine kleine Überraschung zum Vorschein: Neben dem Bezug für die Bettdecke liegen zwei Kissenbezüge bei. Warum eigentlich, wenn doch häufig nur ein Kissen benutzt wird?
Der Grund liegt weniger in der Zahl der tatsächlich verwendeten Kissen als in der Größe der Bettdecke. Bei vielen Herstellern gilt: Je größer der Deckenbezug, desto eher ist das Set für zwei Personen gedacht – und entsprechend enthält es zwei Kissenbezüge.
Zwei Kissen für die große Bettdecke
Bei einer klassischen Einzelbettdecke mit 135 mal 200 Zentimetern wird häufig nur ein Kissenbezug angeboten. Auch bei der Komfortgröße 155 mal 220 Zentimeter liegt oft nur ein Bezug für das Kopfkissen bei.
Anders sieht es bei großen Doppelbettdecken aus. Ist der Deckenbezug zwei Meter breit oder breiter, gehören häufig zwei Kissenbezüge zum Set. Schließlich wird eine solche Decke üblicherweise von zwei Personen genutzt. Für zwei Schläfer sind entsprechend zwei Kopfkissen vorgesehen.
Das Prinzip lässt sich auch bei internationalen Anbietern beobachten. Ikea und Jysk verwenden teilweise andere Deckengrößen als deutsche Hersteller. Bei den dort angebotenen Doppelbettvarianten mit einer Deckenbreite von 240 Zentimetern sind beispielsweise zwei Kissenbezüge Bestandteil des Sets. Einzelbett-Sets werden dagegen mit kleineren Decken und entsprechend häufig nur einem Kissenbezug angeboten.
Unternehmen wie H&M Home oder Zara Home führen wiederum zahlreiche Größen, die sich an unterschiedliche nationale Standards richten. Eine weltweit einheitliche Zusammenstellung von Bettwäsche-Sets gibt es deshalb nicht.
Deutschland hat eigene Größen
Auch bei Bettwäsche haben sich in Deutschland bestimmte Standardmaße etabliert. Das Deutsche Institut für Normung (DIN) legte bereits vor Jahrzehnten sogenannte Gebrauchsgrößen für Bettbezüge fest. Die DIN 61603-1 aus dem Jahr 1969 sah unter anderem die Größen 135 mal 200 und 155 mal 200 Zentimeter vor.
Ziel der damaligen Festlegung war es, die Vielzahl unterschiedlicher Schnitt- und Fertigmaße zu reduzieren. Dadurch sollten Herstellung, Lieferung und Lagerhaltung vereinfacht werden.
Für Kissenbezüge legte die Norm dagegen keine Maße fest. Durchgesetzt hat sich in Deutschland vor allem das Format 80 mal 80 Zentimeter. Daneben sind insbesondere 40 mal 80 Zentimeter verbreitet.
Andere Länder, andere Bettwäsche
Die DIN legt keinen internationalen Standard fest. In anderen Ländern haben sich deshalb teilweise andere Maße entwickelt. Österreich ist ein Beispiel dafür.
Die Unterschiede sind historisch gewachsen und hängen unter anderem mit regionalen Herstellern, Gewohnheiten und der jeweiligen Wohnkultur zusammen. Einmal etablierte Größen bleiben häufig über Jahrzehnte bestehen, weil Bettdecken und Kissen in der Regel langfristig genutzt werden und passende Bezüge benötigt werden.
Die im Handel verfügbaren Maße gehen inzwischen allerdings deutlich über die historischen DIN-Gebrauchsgrößen hinaus. Gerade international tätige Hersteller müssen deshalb verschiedene Größen und Kombinationen anbieten.
Sets haben auch praktische Vorteile
Dass Kissen- und Bettbezüge gemeinsam verkauft werden, ist keine moderne Erfindung. Schon vor mehr als 100 Jahren gab es zusammengehörige Betttextilien. Auch Möbelhäuser und Einrichtungshäuser verkaufen Bettwäsche bereits seit Jahrzehnten als aufeinander abgestimmte Sets.
Neben der einfacheren Zusammenstellung hat die Kombination einen praktischen Vorteil: Bett- und Kissenbezug können aus derselben Stoffbahn beziehungsweise derselben Produktionscharge stammen. Dadurch ist sichergestellt, dass beide Textilien exakt denselben Farbton haben.
Wer Bezüge dagegen einzeln und zu unterschiedlichen Zeitpunkten kauft, kann unter Umständen leichte Farbabweichungen feststellen. Selbst bei identischer Bezeichnung kann sich der Farbton zwischen verschiedenen Produktionschargen geringfügig unterscheiden.
Zwei Kissenbezüge im Bettwäsche-Set sind deshalb nicht einfach eine überflüssige Zugabe. Ihre Anzahl orientiert sich vor allem daran, für welche Bettgröße und wie viele Personen das Set gedacht ist. Gleichzeitig sorgt die gemeinsame Produktion dafür, dass Bettdecke und Kissen optisch möglichst genau zusammenpassen.
