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Dunkel schlafen: Welche Rollos im Schlafzimmer wirklich verdunkeln

Das Schlafzimmer ist abgedunkelt, aber an den Seiten fällt Licht hinein. Im Sommer wird es früh hell, Straßenlaternen leuchten durch den Stoff, im Dachgeschoss heizt sich der Raum auf. Viele merken erst dann, wie groß der Unterschied zwischen Sichtschutz und echter Verdunkelung ist.

Im Handel werden viele Produkte als „abdunkelnd“ bezeichnet, obwohl sie den Raum nur dimmen. Für Schlafzimmer reicht das oft nicht aus. Entscheidend ist weniger die Farbe als das Material und die Konstruktion.

Echte Verdunklungsrollos bestehen meist aus beschichteten Stoffen, die nahezu kein Licht durchlassen. Häufig kommt eine rückseitige Spezialbeschichtung zum Einsatz, die Licht reflektiert und gleichzeitig Wärme reduziert. Solche Modelle werden oft als Blackout-Rollos verkauft.

Der größte Schwachpunkt bleibt jedoch der Rand. Selbst wenn der Stoff kein Licht durchlässt, kann seitlich Licht einfallen. Besonders bei innen montierten Rollos entstehen schmale Lichtstreifen entlang des Fensters.

Warum Rollos oft stärker verdunkeln als Plissees

Rollos verdunkeln in vielen Fällen besser als klassische Plissees. Der Grund liegt in der geschlossenen Stofffläche. Sie hängt glatt und dicht vor dem Fenster, wodurch weniger Licht durch Material und Falten dringt.

Plissees besitzen dagegen eine gefaltete Struktur. Selbst sogenannte Verdunklungsplissees lassen oft mehr Licht durch die seitlichen Bereiche und die Faltenkonstruktion. Sie eignen sich gut als Sichtschutz oder zum sanften Abdunkeln, erreichen aber selten die Wirkung eines hochwertigen Blackout-Rollos.

Besonders deutlich wird der Unterschied in Schlafzimmern mit direkter Sonneneinstrahlung oder Straßenbeleuchtung. Dort zeigen Rollos meist die bessere Verdunkelungsleistung.

Diese Hersteller sind im Bereich Verdunkelung verbreitet

Am Markt haben sich unterschiedliche Hersteller etabliert, je nachdem, ob eher günstige Standardlösungen oder maßgefertigte Systeme gesucht werden.

Im preisgünstigen Bereich sind Produkte von IKEA verbreitet. Modelle wie „Tretur“ oder „Fridans“ werden häufig als einfache Verdunklungsrollos genutzt.

Im Fachhandel und bei Maßanfertigungen finden sich Hersteller wie Velux, besonders für Dachfenster. Die Verdunkelungssysteme sind auf die jeweiligen Fenster abgestimmt und reduzieren Lichtspalte deutlich.

Auch Schöner Wohnen-Kollektion, Gardinia oder Liedeco bieten Verdunklungsrollos und Plissees in unterschiedlichen Preisklassen an.

Im höherwertigen Segment sind Maßsysteme von MHZ oder Kadeco verbreitet. Dort spielen passgenaue Lösungen, Seitenführungen und Stoffqualität eine größere Rolle.

Wann Plissees trotzdem sinnvoll sein können

Plissees haben andere Stärken. Sie wirken leichter, wohnlicher und flexibler. Vor allem sogenannte Wabenplissees können neben der Abdunkelung auch die Wärmedämmung verbessern. Durch ihre Luftkammern reduzieren sie Hitze im Sommer und Wärmeverlust im Winter.

Außerdem lassen sich Plissees oft variabler positionieren. Viele Modelle können von oben und unten verschoben werden, was mehr Spielraum bei Licht und Sichtschutz schafft.

Für Menschen, die nicht vollständige Dunkelheit benötigen, sondern eher blendfreies, ruhiges Licht wünschen, können Verdunklungsplissees ausreichend sein.

Entscheidend ist die Montage

Die beste Verdunkelung entsteht nicht allein durch den Stoff, sondern durch die Art der Befestigung. Innenliegende Systeme lassen fast immer etwas Licht an den Seiten durch. Wer maximale Dunkelheit möchte, braucht seitliche Führungsschienen oder eine möglichst enge Montage am Fensterrahmen.

Besonders effektiv sind Kassettensysteme. Dabei verschwindet das Rollo oben in einer geschlossenen Führung, während seitliche Schienen Lichtspalte reduzieren. Solche Lösungen wirken technischer, erreichen aber eine deutlich stärkere Verdunkelung.

Auch die Fenstersituation spielt eine Rolle. Dachfenster benötigen andere Systeme als normale Fenster. Große Glasflächen oder bodentiefe Fenster stellen höhere Anforderungen an Stabilität und Stoffqualität.

Welche Lösung für guten Schlaf sinnvoll ist

Wer empfindlich auf Licht reagiert oder im Schichtdienst arbeitet, profitiert meist stärker von einem echten Blackout-Rollo. Es reduziert Licht zuverlässiger und schafft konstantere Bedingungen im Raum.

Plissees eignen sich dagegen für Schlafzimmer, in denen neben Verdunkelung auch Gestaltung und flexible Lichtsteuerung wichtig sind. Sie wirken wohnlicher und integrieren sich oft leichter in moderne Einrichtungen.

Dunkelheit ist nicht alles

Für guten Schlaf reicht Verdunkelung allein nicht aus. Temperatur, Geräuschpegel und Luftqualität beeinflussen die Schlafqualität ebenso stark. Dennoch zeigt sich gerade im Sommer, wie wichtig Lichtschutz werden kann.

Das beste Verdunkelungssystem ist deshalb nicht zwangsläufig das dekorativste, sondern jenes, das zum Schlafverhalten und zum Raum passt. Zwischen leicht gedimmtem Morgenlicht und nahezu vollständiger Dunkelheit liegen im Schlafzimmer oft nur wenige Zentimeter Stoff – und die Entscheidung zwischen Plissee und Rollo.